Ursache statt Symptom
Such die Ursache, nicht nur die Linderung
Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden unserer Zeit, und in den allermeisten Fällen ist der Rücken nicht der Ort, an dem sie entstehen. Er ist der Ort, an dem sie sich melden. Deshalb beginnt die Arbeit hier nicht mit einer Übung, sondern mit einer genauen Bestandsaufnahme deiner Haltung, deiner Bewegung und deines Alltags.
Wie Bewegungstherapie arbeitetBestandsaufnahme
Woher deine Rückenschmerzen kommen können
Bevor wir trainieren, klären wir, womit wir es zu tun haben – und das ist selten nur eine einzige Sache.
Am Anfang steht eine ruhige Bestandsaufnahme. Wir schauen uns an, wie du sitzt, wie du stehst und wie du dich bewegst, wann die Beschwerden auftreten und wann sie ausbleiben. Oft zeigt sich dabei ein Muster: Der Schmerz kommt nicht zufällig, sondern nach bestimmten Tagen, bestimmten Tätigkeiten oder bestimmten Positionen. Dieses Muster ist der eigentliche Ausgangspunkt, denn es sagt mehr über die Ursache aus als der Ort, an dem es wehtut.
Häufig laufen mehrere Dinge zusammen. Ein Arbeitstag, der überwiegend im Sitzen stattfindet, verkürzt die Hüftbeuger und lässt die Rumpfmuskulatur ihre Aufgabe verlernen. Eine Fußstellung, die beim Gehen leicht nach innen kippt, verändert die Belastung über Knie und Becken bis in die Lendenwirbelsäule hinein. Eine alte Verletzung, die längst verheilt ist, hinterlässt eine Schonhaltung, die niemand mehr bewusst wahrnimmt. Und Phasen mit wenig Schlaf und viel Anspannung senken die Belastbarkeit von allem, was darunter liegt.
Genau deshalb sortieren wir zuerst und trainieren danach. Wenn mehrere Faktoren zusammenwirken, hilft es wenig, an einem einzelnen zu ziehen – wie wir vorgehen, wenn Übungen allein wenig bewegen, beschreibt der Abschnitt über komplexere Beschwerden. Was in dieser Bestandsaufnahme herauskommt, bestimmt, womit wir anfangen und was zunächst warten kann. Sie ist damit kein Vorgespräch, das man hinter sich bringt, sondern der Teil der Arbeit, der über die Richtung entscheidet.
Vier Schritte, dein Tempo
In vier Schritten zu einem belastbaren Rücken
Vom ersten Gespräch bis zu dem Punkt, an dem du deinen Rücken selbst einschätzen kannst: Diese vier Schritte geben die Richtung vor und bleiben dabei offen für das, was dein Rücken gerade zulässt.
- 01
Zuhören
Wir beginnen bei deinem Anliegen, deinen Erfahrungen und deinem Alltag.
- 02
Einordnen
Wir betrachten deine Bewegungsmöglichkeiten und beziehen Erkenntnisse aus bisherigen Untersuchungen ein.
- 03
Aufbauen
Bewegung und Belastung entwickeln wir nachvollziehbar und auf dich abgestimmt.
- 04
Sicher werden
Du kannst Belastung besser einschätzen und Bewegung zunehmend selbstständig gestalten.
Aufbau in deinem Tempo
Ein Training, das deinen Rücken dauerhaft trägt
Ein belastbarer Rücken entsteht nicht aus Schonung, sondern aus Belastung, die zur richtigen Zeit in der richtigen Menge kommt.
Der erste Teil der Arbeit gilt fast immer dem Rumpf, allerdings anders, als es der Ruf der Rückenübungen vermuten lässt. Es geht nicht darum, den Bauch dauerhaft anzuspannen, sondern darum, dass Bauch, Rücken, Zwerchfell und Becken im richtigen Moment zusammenarbeiten und im nächsten wieder loslassen. Eine Muskulatur, die nur halten kann, ermüdet – und ein ermüdeter Rücken meldet sich am Nachmittag zuverlässiger als am Morgen.
Dazu kommen die beiden Bereiche, die dem Rücken Arbeit abnehmen, wenn sie beweglich genug sind: die Hüfte und die Brustwirbelsäule. Fehlt dort Bewegungsspielraum, holt sich der Körper ihn aus der Lendenwirbelsäule, und zwar bei jedem Bücken, jeder Drehung und jedem Schritt. Wir arbeiten deshalb an beiden Enden gleichzeitig, statt eine einzelne Stelle zu kräftigen und den Rest unverändert zu lassen. Die Bausteine dafür kommen aus der Bewegungslehre, unter anderem aus dem Haltungssystem.
Der wichtigste Teil ist aber die Dosierung, und die lässt sich nur gemeinsam lernen. Du sollst am Ende einschätzen können, welche Belastung deinem Rücken guttut, welche zu früh kommt und wie du reagierst, wenn ein Tag anders verläuft als geplant. Dafür bekommst du einen Trainingsplan für zu Hause, den du auch ohne mich sinnvoll umsetzen kannst – kurz genug, dass er in eine normale Woche passt, und verständlich genug, dass du ihn im Zweifel selbst anpassen kannst. Regelmäßigkeit über Monate bringt deinem Rücken deutlich mehr als einzelne intensive Wochen, auf die dann wieder nichts folgt.
Einordnung
Für wen das geeignet ist
- Menschen mit einem überwiegend sitzenden Büroalltag, deren Rücken vor allem am Nachmittag und am Abend spürbar wird.
- Wiederkehrende Verspannungen im Nacken und im unteren Rücken, die immer wieder in derselben Situation auftreten.
- Wiedereinstieg nach einer längeren Pause, wenn Bewegung erst einmal ungewohnt und unsicher wirkt.
- Nach einer ärztlich abgeklärten Verletzung, wenn die Behandlung abgeschlossen ist und der Aufbau beginnen darf.
Ebenso wichtig ist, was Bewegungstherapie nicht ist: Sie ersetzt keine ärztliche Diagnose und keine ärztliche Behandlung. Ausstrahlende Schmerzen, Taubheitsgefühle, Kraftverlust oder Beschwerden nach einem Unfall gehören zuerst abgeklärt. Danach ist ein gezielter Aufbau meistens genau das Richtige – und vorhandene Befunde helfen mir, dein Training passend anzulegen, statt vorsichtshalber alles wegzulassen.
Wenn du wissen möchtest, mit wem du es zu tun hast, findest du meinen fachlichen Hintergrund auf der Seite Über mich. Und wenn du unsicher bist, ob dein Anliegen hierher passt, ist das die häufigste Frage im kostenlosen Erstgespräch – sie kostet dich nichts außer ein paar Sätzen.
Wo ich arbeite
Bewegungstherapie bei Rückenschmerzen in Wolfsburg und Umgebung
Das Training findet in Wolfsburg statt, bei mir, draußen oder auf Wunsch mobil bei dir zu Hause. Wer aus dem Umland kommt, ist damit ebenso gemeint – die kurzen Wege in der Region machen eine regelmäßige Begleitung realistisch.
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